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Zukunft der Online-Mafo
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Quo vadis Internet?

Nach dem geräuschvollen Zerplatzen der Dot.Com-Blase stellt sich die Frage nach der weiteren Entwicklung des Internet: Die Palette der offenen Antworten reicht vom konkreten Nutzen eines technisch immer schwieriger zu erfassenden weltweiten Archivs über die wirtschaftliche Verwertbarkeit bis zum Verwendungszusammenhang durch die User.

Eine im heurigen Jänner durchgeführte Untersuchung des Pew Internet + American Life Project in Kooperation mit den Princeton Survey Research Associates bringt etwas Licht ins Dunkel der alltäglichen Internet-Nutzung.

Das Internet als Entscheidungshilfe

Im Zentrum der Untersuchung stand die Verwendung des WWW als Entscheidungshilfe und Informationsquelle bei wichtigen Lebensentschlüssen von amerikanischen Bürgern. Der Begriff "wichtige Lebensentschlüsse" wurde bewusst sehr weit gefasst: Er begann bei der Wahl einer Ausbildungsstätte für sich selbst bzw. seine Kinder. Darüber hinaus erstreckte sich das Forschungsinteresse auch auf sehr private Lebensbereiche wie Autokauf, Partnersuche und Einstieg in ein neues Hobby. Nicht zuletzt wurde erhoben, inwieweit das Internet bei Heilung und Umgang mit Krankheiten zu Rate gezogen wird.

Im ersten Schritt wurden die Untersuchungspersonen gefragt, ob sie in den letzten zwei Jahren mit einer dieser 15 wichtigen Lebensentscheidungen konfrontiert waren. Ergebnis: Immerhin 91 Prozent der Amerikaner hatten sich 2000 bzw. 2001 mit einer dieser Fragen beschäftigt. Danach wurde ermittelt ob die Befragten das Internet nutzen. Wie sich herausstellen sollte, zählten 1.415 Personen des 2.391 Personen umfassenden Samples zur Gruppe der Internet-Nutzer. Diese 1.415 Menschen galt es schließlich hinsichtlich ihrer konkreten Verwendung des WWW zu befragen.

Von der Schule zur Karriere ...

28 Prozent der Internet-Aficionados trafen eine Entscheidung hinsichtlich Schule oder College für sich oder ihren Nachwuchs. Für 36 Prozent davon spielte das virtuelle Informationsangebot dabei eine sehr wichtige Rolle, für 32 Prozent war die Entscheidungshilfe durch das Netz eher gering. Großen Einfluss hatte das Internet vor allem bei Angehörigen von Minderheiten und jungen Amerikanern.

41 Prozent der Befragten gaben ihrer Karriere in den letzten beiden Jahren durch Aus- und Weiterbildung einen Kick. Das ausschlaggebende Know-How erhielten 29 Prozent davon in erheblichem Ausmaß, weitere 27 Prozent davon in geringerem Ausmaß via Internet. Vor allem Frauen gaben an, diesbezüglich auf das Online-Angebot zu setzen.
Etwas weniger als ein Drittel der Internet-Nutzer (29 Prozent) konnten sich seit 2000 über eine beruflichen Aufstieg freuen. Rund 13 Prozent davon führten diesen Karrieresprung in erheblichem Maß auf ihre Internet-Nutzung zurück, weitere 13 Prozent davon sahen die Ursachen für ihr Fortkommen nur zu einem kleinen Teil im WWW.

...über die Freizeit...

Immerhin 30 Prozent der Befragten widmeten sich anno 2000 bzw. 2001 einem neuen Hobby. 33 Prozent davon sprachen dem WWW dabei eine wichtige Rolle zu. Dabei sind es doppelt so viele Männer wie Frauen, die das diesbezügliche Informationsangebot des Netzes für sich in Anspruch nehmen.

45 Prozent der Befragten erwarben in den letzten beiden Jahren ein ?neues" Auto. 27 Prozent davon sondierten dabei vor allem den Online-Markt, 22 Prozent informierten sich nur teilweise über das Medium Internet.

Konträr zum großen Angebot in Sachen Liebe erwies sich die reale Verwendung der virtuellen Flirt-Lines. 13 Prozent der Befragten gaben an in den letzten beiden Jahren eine neue Beziehung eingegangen zu sein, 14 Prozent hatten eine Trennung hinter sich. In beiden Gruppen hatte das Internet für 15 Prozent eine wichtige Rolle in Herzensangelegenheiten gespielt. Die meisten, die ihr Herz auf diese Weise verloren, waren übrigens zwischen 18 und 29 Jahren alt.

...zur Gesundheit, Job- und Wohnungssuche

39 Prozent der Befragten hatten kürzlich mit ernsthaften Gesundheitsproblemen bei sich selbst bzw. bei Freunden und Verwandten zu kämpfen. 26 Prozent davon lieferte das Internet diesbezüglich wichtige Informationen, 31 Prozent davon maßen den Healthtipps im WWW eher geringe Bedeutung bei.

Einen Jobwechsel hatten 28 Prozent der Befragten hinter sich. 25 Prozent davon wurden bei der Online-Suche fündig. Interessant: 17 Prozent davon gab eine spannende Job-Diskription im Netz erst den Anstoß zur beruflichen Veränderung. Generell sondierten Angehörige von Minderheiten, Personen im Alter von 18 bis 29, College-Absolventen und Personen mit mittleren Einkommen (75.000 Dollar Haushaltsjahreseinkommen) den virtuellen Arbeitsmarkt.

Rund 40 Millionen amerikanische Internet-Nutzer tätigten größere finanzielle Investitionen. 22 Prozent davon hielten fest, dass das WWW erheblichen Einfluss auf ihre Entscheidungen hatte.
Mehr als ein Drittel der Internet-Nutzer (32 Prozent) wechselten in den vergangenen zwei Jahren ihren Wohnort. 22 Prozent davon suchten ihr neues Heim in erster Linie auf dem virtuellen Markt. Dabei handelte es sich vor allem um Personen, die das neue Medium bereits seit längerem regelmäßig verwenden und um Personen mit mittlerem Haushaltseinkommen.
Die etwas heikle Frage nach persönlichen Konflikten mit dem Recht wurde von 8 Prozent der Befragten bejaht. 13 Prozent davon erhielten wertvolle Informationen hinsichtlich ihrer Rechte aus dem Internet.

Zur Methodologie

Wie bereits erwähnt stammen die Daten aus einer telefonischen Befragung des Princeton Survey Research Associates. Im Zeitraum von 3. bis 31. Jänner 2002 wurden 2.391 Erwachsene über 18 Jahren befragt. Das Sample wurde nach dem Random-Verfahren aus Telefonnummern, die im amerikanischen Fernsprechamt verzeichnet sind, ausgewählt. Im Zuge von 10 Anrufen - an verschiedenen Wochentagen und Tageszeiten - wurde versucht die ausgewählten Teilnehmer auch zu erreichen. Aufgrund der Zahl der nicht erreichten Auswahlpersonen, der Personen die die Auskunft verweigerten bzw. der positiven Tendenz bestimmter Subgruppen, bestand die Gefahr der Verzerrung. Um dem Vorzubeugen bzw. Entgegenzuwirken wurden die Stichprobe nach den Parametern des jüngsten Mikrozensus gewichtet. Mittels dieser Schritte war eine Hochrechnung auf die amerikanische Bevölkerung zulässig. Die Abweichung der Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung beträgt plus/minus 2 Prozent. Die Abweichung der Hochrechnung auf die Gemeinde der Internet-Nutzer beträgt plus/minus 3 Prozent.

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